La Maisnie Champenoise - Templer, Hospitaliter, Deutschritter...
 
  

Der Deutschritterorden

Geschichte und Großmeister

Geistlicher Ritterorden, 1191 während des dritten Kreuzzugs im Heiligen Land gegründet.

 

Entstehung und Organisation

 

Der vollständige Name des Ordens lautet "Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem". Ursprünglich ist der Orden ein einfaches Spital, das während des Belagerung von Akkon (Palästina) im Jahr 1191 von Stadbürgern aus Bremen und Lübeck errichtet wird. 1198 wird der Krankenpflegeorden dann in den Orden der Deutschherren oder Deutschritter umgewandelt und 1199 offiziell vom Papst bestätigt. Der Orden zeichnet sich durch eine enge Beziehung zur Kurie aus. Er übernimmt die Organisation des Hospitalordens vom Hl. Johannes zu Jerusalem und die Vorgehensweise der Templer bei der Christianisierung. Die Mitglieder, deutsche Adlige, sind mit einem weißen Mantel bekleidet, auf dem ein schwarzes Kreuz angebracht ist. Die im Jahr 1244 verfasste Ordensregel gibt eine Hierarchie der verschiedenen Mitglieder vor (Ritterbrüder, Priester und Domestiken) und unterstellt die Mitglieder der Autorität eines Hochmeisters. Dem Hochmeister stehen fünf Würdenträger zur Seite: der Großkomtur, der Marschall, der Tressler (Schatzmeister), der Spittler und der Trapier (verantwortlich für die Ausrüstung).

 

Tätigkeit

 

Im XIII. Jhdt. erwirbt der Orden, der zunächst nur im Heiligen Land Fuß gefasst hat, weite Ländereien im Mittelmeerraum und in Deutschland, wo zwölf Balleien zur Finanzierung der Expeditionen eingerichtet werden. Ab 1211 ziehen die Deutschritter nach Transylvanien und gründen Kronstadt (Brasov). Im Auftrag des Herzogs Konrad I. von Masowien nimmt der Hochmeister Hermann von Salza 1231 die Eroberung und Kolonisierung des heidnischen Preußen in Angriff. Der Eroberungszug endet im Jahr 1283. Der Orden setzt seine Expansion durch Vereinigungen (im Jahr 1237 mit dem Schwertträgerorden) und Käufe (Pommerellen im Jahr 1309, Estland im Jahr 1346) fort. 1329 erhalten die Deutschritter vom Papst die baltische Region als Lehen, vom finnischen Meerbusen bis nach Pommerellen.
Kaiser Friedrich II. verleiht dem Orden den Status und die Privilegien der Prinzen des Kaiserreichs. 1309 verlegt der Orden seinen Sitz nach Marienburg (dem heutigen polnischen Malbork). Die Ritter lassen zahlreiche Burgen bauen, u. a. die Burg von Marienburg und von Gollup in Preußen. Darüber hinaus gründen sie auf ihren Ländern dreiundneunzig Städte (wie z. B. Königsberg, das heutige Kaliningrad).

 

Niedergang des Ordens

 

Ab dem Ende des XIV. Jhdts. ist der Orden immer umstrittener. In der Schlacht bei Tannenberg (Grunwald) 1410 erfahren die Deutschritter eine Niederlage durch die Polen unter Ladislas II. Jagellon, was ihrem territorialen Expansionsdrang Einhalt gebietet. Heinrich von Plauen, Hochmeister von 1410 bis 1413, versucht eine Reform des zunehmend an Macht verlierenden Ordens, wird jedoch bald vom Kapitel seines Amts enthoben. Der Dreizehnjährige Krieg (1454-1466), in dem die Deutschritter gegen Polen unter Kasimir IV. ins Feld ziehen, endet 1466 mit dem Frieden von Thorn (heute Torun) und der Rückgabe sämtlicher Ländereien des Ordens an Polen, mit Ausnahme Ostpreußens und Livlands. Hinzu kommt, dass der Orden für die restlichen Besitztümer die Oberhoheit des Königs von Polen anerkennen muss. Im XVI. Jhdt. werden Preußen und Kurland säkularisiert und zu Herzogtümern umgewandelt, Livland wird zwischen Polen, Russland und Schweden aufgeteilt.
Der Deutschritterorden überlebt in Süddeutschland und erfährt während der Kämpfe gegen die Türken in Ungarn erneut einen gewissen Aufschwung. Napoleon I. löst den Orden 1809 schließlich auf, dieser kann sich während des XIX. Jhdts. jedoch in Österreich halten. 1918 wird die Leitung zum ersten Mal von einem Priester übernommen, 1929 erfährt die religiöse Disziplin eine grundlegende Erneuerung. Seit diesem Zeitpunkt, abgesehen von der Dauer des Zweiten Weltkriegs, existiert der Deutschritterorder mit Sitz in Wien als soziale Wohltätigkeitseinrichtung, deren Wirkungskreis auf Österreich, Italien und Deutschland beschränkt bleibt.


 

Hochmeister des Deutschritterordens, im Amt zur Zeit der Templer

  1. Heinrich Walpot, Hochmeister von 1198 bis 1208
  2. Otto von Kerpen, Hochmeister von 1208 bis 1209
  3. Heinrich von Tunna (gen. Bart), Hochmeister 1209
  4. Herman von Salza, Hochmeister von 1209 bis 1239
  5. Konrad von Thüringen, Hochmeister von 1239 bis 1240
  6. Gerhard von Malberg, Hochmeister von 1241 bis 1244
  7. Heinrich von Hohenlohe, Hochmeister von 1244 bis 1249
  8. Gunther von Wüllersleben, Hochmeister von 1250 bis 1252
  9. Poppo von Osternohe, Hochmeister von 1252 bis 1256
  10. Wilhelm von Urenbach, Hochmeister von 1252 bis ????
  11. Anno von Sangerhausen, Hochmeister von 1256 bis 1273
  12. Hartmann von Haldrungen, Hochmeister von 1273 bis 1282
  13. Burchard von Schwanden, Hochmeister von 1282 bis 1290
  14. Konrad von Feuchtwangen, Hochmeister von 1291 bis 1296
  15. Gottfried von Hohenlohe, Hochmeister von 1297 bis 1303
  16. Siegfried von Feuchtwangen, Hochmeister von 1303 bis 1311
  17. Karl von Trier, Hochmeister von 1311 bis 1324
  18. Werner von Orseln, Hochmeister von 1324 bis 1330
  19. Luther von Braunschweig, Hochmeister von 1331 bis 1335
  20. Dietrich von Altenburg, Hochmeister von 1335 bis 1341
  21. Ludolf König von Wattzau, Hochmeister von 1341 bis 1345
  22. Heinrich Dusemer, Hochmeister von 1345 bis 1351
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